Ein wertvoller Rohstoff

Natur will wachsen. In unseren Gärten kann sie das jedoch nicht ungehemmt tun, also muss regelmäßig geschnitten werden. Doch wohin mit dem anfallenden Schnitt? Die vermeintlich einfachste Lösung ist oft, ihn in den vom Verein freundlicherweise bereitgestellten Grüncontainer zu geben. Allerdings ist dessen Platz begrenzt – eine Erfahrung, die sicher viele von uns schon gemacht haben. Da ist manchmal sogar Eile geboten, um überhaupt noch etwas unterzubringen. Hinzu kommt, dass auch die Kosten für den Container nicht unerheblich sind.
Dabei gibt es eine gute Alternative: die Verwertung des Grünschnitts im eigenen Garten. Schließlich handelt es sich um einen natürlichen Rohstoff, dessen Herkunft genau bekannt ist – anders als bei manch anderen Materialien, etwa gekaufter Blumenerde.
Totes, vermoderndes Holz ist ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Stoffkreislaufs. Werden Holzabfälle, die beim Gehölzschnitt gewonnen werden, zu Reisighaufen aufgeschichtet, entstehen wertvolle Lebensräume für viele Tiere. Singvögel und Säugetiere finden dort Schutz und Nahrung. Zaunkönig oder Rotkehlchen nutzen Reisighaufen gerne als Versteck oder sogar als Brutplatz. Auch für viele Insekten ist Totholz im Garten von großer Bedeutung und ein wichtiger Lebensraum. Zahlreiche von oder in totem Holz lebende Tiere tragen zur Regulation des biologischen Gleichgewichts in Gärten und Parks bei. Dazu gehören zum Beispiel auch Blattlausvertilger wie Marienkäfer, Schlupfwespen oder Ohrwürmer, die ihrerseits wiederum eine wichtige Nahrung für Vögel sind.

In vielen Gärten lässt sich ein Platz finden, an dem Holz zu Reisig- oder Totholzhaufen aufgeschichtet werden kann. Auch Laub, Wurzeln oder stärkere Aststücke können dabei sinnvoll verwertet werden. Mit Rank- oder Kletterpflanzen umgeben (z.B. Kapuzinerkresse, die sich oft sogar selbst aussät) wirkt solch ein Reisighaufen keineswegs störend. Selbst in kleinen Gärten gibt es die Möglichkeit, unter Sträuchern einen Totholzhaufen anzulegen. Abfallholz kann auch beim Aufbau eines Hoch- oder Hügelbeetes genutzt werden. Zerkleinert kann es kompostiert oder als Mulch auf Beete oder unter Sträuchern verwendet werden. So lässt sich sogar der Kauf von Rindenmulch sparen.
Es spricht also vieles dafür, Grünschnitt möglichst im eigenen Garten zu verwerten. Was absolut nicht brauchbar ist, kann dann immer noch in den Container wandern. Aber vermutlich dürfte es gar nicht so viel „Unbrauchbares“ sein.
Weitere Informationen findet ihr auf der Seite des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.