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Unsere Gärten in Gefahr?

Was der geplante A4-Ausbau zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Süd und Eifeltor für unsere Kleingartenanlage bedeuten könnte

Die Autobahn 4 soll im Kölner Süden massiv ausgebaut werden. Zwischen dem Gremberger Kreuz und der Anschlussstelle Eifeltor ist geplant, die A4 von bisher sechs auf acht Spuren zu erweitern. Für viele klingt das zunächst nach einem fernen Verkehrsprojekt. Für uns ist es ganz konkret: Unsere Gartenanlage liegt unmittelbar an der A4. Der Ausbau würde direkt vor unserer Tür stattfinden – mit erheblichen Folgen für unsere Gärten, unsere Erholung und unser Stück Natur mitten in der Stadt.

Anfangs schien sich das Projekt auf den Abschnitt zwischen dem Gremberger Kreuz und dem Autobahnkreuz Köln-Süd zu beschränken — samt Abriss und Neubau der Rodenkirchener Brücke. Bekannt wurde dieses Vorhaben unter dem Namen A4plus“.

Betroffen wären unter anderem das Gremberger Wäldchen, Wasserschutzzonen, Überschwemmungsgebiete, Kleingärten, ein Campingplatz, Freizeit- und Sportflächen sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Gewachsene Grünräume würden zerschnitten, Bäume gefällt, Lebensräume zerstört. Für Anwohner und Nutzer der betroffenen Flächen hieße das: jahrelanger Lärm, Staub, Schmutz, Baustellenverkehr und massive Einschränkungen.

Aus Protest gegen diese Planung hat sich in Poll die Bürgerinitiative A4minus“ gegründet.

Inzwischen ist klar: Der Ausbau bis zum Autobahnkreuz Köln-Süd soll nicht das Ende sein. Weil sich der Verkehr sonst auf dem Teilstück bis zum Güterbahnhof Eifeltor stauen würde, wurde ein weiteres Projekt ins Leben gerufen: „KreuzKölnSüd – gut vernetzt“. Hinter diesem harmlos klingenden Namen verbirgt sich der Ausbauabschnitt vom Autobahnkreuz Köln-Süd bis zur Anschlussstelle Eifeltor. Genau dieser Abschnitt führt direkt an unserer Gartenanlage vorbei. Der Baubeginn ist derzeit für 2034 vorgesehen.

Die Autobahn GmbH bemüht sich, die Folgen überschaubar erscheinen zu lassen. Es ist die Rede davon, dass die Autobahn nach Abschluss der Bauarbeiten auf jeder Seite „nur“ um etwa drei Meter breiter werde. Außerdem wird der Eindruck erweckt, eine neue Lärmschutzwand könne die Situation für uns sogar verbessern.

Doch diese Darstellung greift viel zu kurz.

Die genaue Flächeninanspruchnahme steht noch gar nicht fest, denn das Projekt befindet sich weiterhin in der Entwurfsplanung. Sicher ist aber: Eine Baustelle dieser Größenordnung braucht Platz. Viel Platz. Während der Bauzeit, die rund sieben Jahre dauern könnte, würde unsere Anlage nicht einfach nur „etwas näher“ an die Autobahn rücken. Wir müssten mit massiven Eingriffen rechnen: Bäume müssten gefällt, Böschungen neu aufgeschüttet, Wege verlegt und Zufahrten verändert werden. Auch die Straße zu den hinteren Parkplätzen könnte betroffen sein.

Für uns bedeutet das nicht nur eine abstrakte Veränderung auf einem Plan. Es bedeutet jahrelang Lärm statt Vogelgezwitscher. Staub statt frischer Luft. Baustellenzäune statt Grün. Unsicherheit statt Erholung.

Viele von uns haben über Jahre ihre Gärten gepflegt, gestaltet und zu einem persönlichen Rückzugsort gemacht. Unsere Anlage ist mehr als eine Fläche neben der Autobahn. Sie ist ein Ort der Erholung, der Gemeinschaft, der Natur und des Durchatmens. All das könnte durch dieses Projekt massiv beeinträchtigt werden.

Die Bürgerinitiative A4minus versucht, Verwaltung und Lokalpolitik deutlich zu machen, was dieser Ausbau für die Menschen, die Natur und die betroffenen Stadtteile bedeuten würde. Der Verkehrsausschuss der Stadt Köln hat sich bereits mehrheitlich gegen das Projekt ausgesprochen. Konkrete Konsequenzen sind daraus bislang jedoch nicht erfolgt. Die Stadtverwaltung hat sich öffentlich bisher nicht klar positioniert.

Deshalb ist jetzt Unterstützung gefragt.

A4minus sucht Menschen, die mitarbeiten, informieren, protestieren, organisieren und nicht einfach zusehen wollen. Das Team trifft sich jeden 3. Donnerstag im Monat um 19 Uhr in der Ahl Poller Schull, Hauptstraße 65 in Köln-Poll.

Noch ist nichts gebaut. Noch können wir laut werden. Noch können wir unsere Gärten, unsere Bäume, unsere Erholungsräume und unsere Lebensqualität verteidigen.

Unsere Kleingartenanlage darf nicht zur Randnotiz einer Autobahnplanung werden.

Bürgerinitiative A4minus

Quelle der Karte: OpenStreetMap